Unterschiede in der Haltbarkeit zwischen Werkslackierung und Werkstattlackierung
Die Haltbarkeit von Autolack ist ein entscheidender Faktor für den langfristigen Werterhalt und die Optik eines Fahrzeugs. Besonders bei Reparaturen oder dem Austausch von Karosserieteilen – etwa spatborden, motorkap oder voorbumper – stellt sich die Frage, wie langlebig die neue Lackierung im Vergleich zur werkseitigen ist. In diesem Artikel vergleichen wir Werkslackierung und Werkstattlackierung im Hinblick auf ihre Haltbarkeit, Zusammensetzung und typische Schwachstellen.
Was ist Werkslackierung?
Die Werkslackierung ist die Originalbeschichtung, die ein Fahrzeug direkt im Produktionsprozess vom Hersteller erhält. Dabei kommen hochautomatisierte Prozesse und exakt abgestimmte chemische Zusammensetzungen zum Einsatz. Der Aufbau besteht in der Regel aus mehreren Schichten: KTL-Grundierung, Füller, Basislack und Klarlack.
Diese professionelle Beschichtung erfolgt unter streng kontrollierten Bedingungen – Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Trocknungsphasen sind exakt reguliert. Auch die Verwendung hochwertiger chemicalien trägt maßgeblich zur Langlebigkeit bei.

Wie entsteht Werkstattlackierung?
Die Werkstattlackierung findet meist nach einem Schaden oder im Rahmen einer optischen Aufwertung statt. Dabei werden beschädigte oder neue Teile wie motorkap oder voorbumper erneut beschichtet. Der Prozess umfasst in der Regel Entfettung, Schleifen, Grundierung, Basislackierung und das Auftragen eines Klarlacks.
Die Qualität der Werkstattlackierung hängt stark von der verwendeten Ausrüstung und den Fachkenntnissen ab. Eine professionelle werkplaatsuitrusting, geschultes Personal und hochwertige Materialien sind entscheidend, um der Werksqualität möglichst nahezukommen. In vielen Fällen erfolgt das lackieren der Karosserie Schritt für Schritt – von der Vorbereitung bis zur Endpolitur.
Haltbarkeit von Lackbeschichtungen – was beeinflusst sie?
Die Haltbarkeit von Autolack wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Neben dem Lacktyp spielen auch äußere Einflüsse eine große Rolle:
- UV-Strahlung: Starke Sonneneinstrahlung führt mit der Zeit zum Ausbleichen – besonders bei roten oder blauen Tönen.
- Temperaturschwankungen: Diese können Mikrospannungen im Lack erzeugen.
- Chemikalien und Streusalz: Rückstände, insbesondere von aggressiven chemicalien, greifen die Lackoberfläche an.
- Pflegeverhalten: Regelmäßiges Waschen, Polieren und Versiegeln erhöht die Lebensdauer.
Insgesamt ist die Lackbeschichtung eines Autos, die in der Werkstatt erfolgt, anfälliger für Umwelteinflüsse, da die industrielle Präzision der Werkslackierung schwer zu reproduzieren ist.

Was sind die Unterschiede in der Lackdicke?
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Werkslackierung und Werkstattlackierung liegt in der Lackdicke der Karosserie. Bei der Produktion beträgt diese meist zwischen 80 und 120 Mikrometer – exakt gleichmäßig aufgetragen.
In der Werkstatt ist die Lackdicke oft ungleichmäßig, kann aber auch dicker sein, da bei Reparaturen häufig mehrere Lagen aufgetragen werden. Das ist besonders bei nachträglicher Lackierung der Karosserie sichtbar, wenn Messgeräte starke Abweichungen zur Originalschicht feststellen.
Zu dicke Lackschichten können jedoch Probleme verursachen: Sie sind anfälliger für Risse, Ablösungen und Farbveränderungen. Umgekehrt bedeutet eine zu dünne Schicht geringeren Schutz gegen Umwelteinflüsse.

Faktoren, die das Ausbleichen des Lacks beeinflussen
Das Ausbleichen betrifft sowohl Werkstatt- als auch Werkslackierungen, doch die Geschwindigkeit hängt stark vom Aufbau und der Qualität ab. Hier spielen mehrere Punkte eine Rolle:
- Lackqualität: Hochwertige Klarlacke mit UV-Schutzkomponenten verlängern die Farbtreue.
- Farbton: Helle Farben bleichen langsamer aus als dunkle oder intensive Töne.
- Standort und Nutzung: Fahrzeuge, die oft im Freien stehen oder in sonnenreichen Regionen genutzt werden, verlieren schneller an Farbe.
Ein besonders kritischer Punkt ist die Vereinheitlichung bei neu lackierten Ersatzteilen. Wird beispielsweise nur ein spatborden neu beschichtet, kann der Farbunterschied zur restlichen Karosserie mit der Zeit sichtbar werden. Auch hier hilft der Vergleich zur pulverbeschichtung vs. traditionelle Beschichtung, um die optimale Lösung zu wählen.