Wie wählt man die Lackfarbe für ein neues Karosserieteil aus?
Die Auswahl der Lackfarbe für ein neues Karosserieteil ist ein entscheidender Schritt, um eine perfekte Lackabstimmung zwischen Original- und Ersatzteil zu erzielen. Eine falsche Farbwahl kann das Gesamtbild des Fahrzeugs negativ beeinflussen und den Wiederverkaufswert mindern. Gerade bei der Lackierung des Kotflügels, der motorkap oder des voorbumper ist äußerste Präzision gefragt. In diesem Artikel zeigen wir, worauf es bei der Farbauswahl ankommt und wie man typische Fehler vermeiden kann.
Wo findet man den Lackcode am Auto?
Bevor mit der Autolackierung begonnen wird, ist es essenziell, den Lackcode des Fahrzeugs zu identifizieren. Dieser befindet sich je nach Hersteller an unterschiedlichen Stellen: im Motorraum, an der B-Säule der Fahrerseite, im Kofferraumdeckel oder im Serviceheft. Der Lackcode besteht in der Regel aus Buchstaben- und Zahlenkombinationen, die eindeutig einem bestimmten Farbton zugeordnet sind.
Hat man den Code gefunden, kann man diesen mit einem Farbmusterkatalog oder online vergleichen. Wichtig ist dabei, auch auf Unterschiede bei Sonderlackierungen, wie Perlmutt- oder Metallic-Lacken, zu achten. Bei älteren Fahrzeugen lohnt sich zusätzlich ein Besuch in der werkplaatsuitrusting, um den Lackzustand professionell bewerten zu lassen.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Farbanpassung?
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur auf den Namen der Farbe zu achten – beispielsweise „Silber Metallic“ – ohne den exakten Code zu prüfen. Viele Farbtöne tragen ähnliche Namen, unterscheiden sich aber stark im Detail. Auch die Verwendung ungeeigneter chemicalien bei der Vorbehandlung des Teils kann die spätere Lackierung verfälschen.
Ein weiteres Risiko ist das Nachlackieren in Eigenregie ohne passende Lackierkabine oder Mischsystem. Wer keine professionelle werkplaatsuitrustung besitzt, sollte die Aufgabe besser einem Fachbetrieb überlassen. Bei Unsicherheiten hilft die Antwort auf die Frage: Ist jedes Teil lackierbar?
Unterschiede zwischen Perlmutt- und Metallic-Lacken
Perlmutt- und Metallic-Lacke sind in ihrer Zusammensetzung und Wirkung sehr unterschiedlich. Während Metallic-Lacke kleine Metallpartikel enthalten, die für Glanz und Tiefe sorgen, bestehen Perlmutt-Lacke aus speziellen Pigmenten, die je nach Lichteinfall changieren.
Gerade bei der Auswahl der Lackfarbe ist es daher wichtig, den Lacktyp zu kennen. Perlmutt ist deutlich schwieriger nachzulackieren, da es aus mehreren Schichten besteht. Wer beispielsweise spatborden oder andere sichtbare Karosserieteile ersetzt, sollte hier besonders genau arbeiten.
Weitere Informationen zur Beschichtung gibt es im Artikel: pulverbeschichtung vs. traditionelle Beschichtung

Wie verwendet man einen Farbmusterkatalog?
Ein Farbmusterkatalog ist ein hilfreiches Werkzeug zur Auswahl der Lackfarbe. Meist enthalten diese Muster in Lackform auf kleinen Tafeln oder Folien, die direkt an das Fahrzeug gehalten werden können. Dabei sollte das Fahrzeug vorher gründlich gereinigt und entfettet werden, damit keine optischen Täuschungen entstehen.
Besonders praktisch: Manche Anbieter bieten mobile Services an, bei denen Farbmuster direkt am Auto geprüft werden. Alternativ kann man den Farbmusterabgleich auch mit Hilfe digitaler Farbmessgeräte in der werkplaatsuitrusting vornehmen lassen.
Lackieren anhand der Fahrgestellnummer – funktioniert das?
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man anhand der Fahrgestellnummer (VIN) automatisch die richtige Farbe finden kann. Tatsächlich enthält die VIN keine Farbangaben. Sie kann jedoch bei Vertragswerkstätten oder Herstellern dazu verwendet werden, den zugehörigen Lackcode herauszufinden.
Die Farbe des Autolacks ist also nicht direkt mit der VIN verknüpft, sondern nur über Datenbanken indirekt abrufbar. Daher sollte man sich nicht allein auf die Fahrgestellnummer verlassen, sondern immer zusätzlich visuell prüfen.

Verändert sich die Farbe des Lacks eines Autos mit der Zeit?
Ja – die Farbe des Autolacks verändert sich mit der Zeit, vor allem durch Sonneneinstrahlung, Umweltbedingungen und chemische Einflüsse. Auch die verwendeten Reinigungsmittel oder chemicalien können den Farbton beeinflussen. Ein zehn Jahre alter Lack ist also selten identisch mit dem ursprünglichen Ton.
Wer also beispielsweise einen neuen motorkap lackieren möchte, sollte nicht nur den Lackcode verwenden, sondern auch die tatsächliche Farberscheinung prüfen – idealerweise direkt am Auto. Je nach Zustand kann eine leichte Anpassung im Mischverhältnis notwendig sein, um die Auswahl der Lackfarbe präzise auf das bestehende Fahrzeug abzustimmen.