Wie pflegt man den Lack, damit er möglichst lange hält?

Wie pflegt man den Lack, damit er möglichst lange hält?

Die richtige Lackpflege ist entscheidend für den Werterhalt eines Fahrzeugs. Ein gut gepflegter Lack schützt nicht nur die Karosserie, sondern sorgt auch dauerhaft für ein glänzendes Erscheinungsbild – egal ob bei Alltagsfahrzeugen, Sportwagen oder restaurierten Oldtimern. Wer typische Pflegefehler vermeidet und regelmäßig in hochwertigen Schutz investiert, verlängert die Lebensdauer des Lacks erheblich. Besonders nach dem Austausch von Teilen wie spatborden, motorkap oder voorbumper ist eine konsequente Pflege essenziell. Doch worauf kommt es bei der optimalen Lackpflege wirklich an?

Alltägliche Gewohnheiten, die den Lack beschädigen

Viele Schäden am Lack entstehen durch unbedachte Gewohnheiten im Alltag. Dazu zählen:

  • Trockene Fahrzeugwäsche mit dem Lappen – statt lackfreundliche Reinigung mit Wasser.
  • Parken unter Bäumen oder Laternen, wo Harz, Blütenstaub oder Vogelkot den Lack angreifen.
  • Tanken ohne Aufpassen – Benzin- oder Dieselreste, die auf den Lack tropfen, hinterlassen bleibende Spuren.
  • Schmutz wochenlang nicht entfernen, wodurch sich Partikel regelrecht in den Lack „einbrennen“.

Nach Lackierarbeiten – etwa nach der Auswahl der Farbe für den Autolack – sollte man besonders vorsichtig mit dem neuen Finish umgehen.

Womit sollte man das Auto waschen, um die Oberfläche nicht zu zerkratzen?

Die regelmäßige, lackfreundliche Reinigung ist das A und O. Verwendet werden sollten:

  • pH-neutrale chemicalien für empfindliche Oberflächen
  • Mikrofaserhandschuhe statt Bürsten oder Schwämme mit rauer Struktur
  • Zwei-Eimer-Methode (einer für Shampoo, einer zum Ausspülen)
  • Separate Tücher für Felgen und Karosserie

Besonders empfindliche Partien – wie ein neu lackierter motorkap oder ein frischer voorbumper – sollten mit extra Vorsicht behandelt werden. Eine regelmäßige Pflege in der eigenen Garage oder mit professioneller werkplaatsuitrustung hilft, Kratzer zu vermeiden.

Wie oft sollte man Wachs oder eine Keramikbeschichtung verwenden?

Autowachsen bietet kurzfristigen Schutz und sollte alle 2 bis 3 Monate wiederholt werden. Es schützt vor UV-Strahlung, Wasser und Schmutz, lässt sich leicht auftragen und ist kostengünstig.

Eine Keramikbeschichtung hingegen bietet langanhaltenden Lackschutz – bis zu 2 Jahre oder länger. Sie erzeugt eine extrem glatte Oberfläche, die Schmutz und Wasser abperlen lässt, und schützt zuverlässig vor Chemikalien, Streusalz und UV-Einstrahlung.

Gerade nach Reparaturen oder wenn neue spatborden verbaut wurden, lohnt sich eine frühzeitige Versiegelung, um den frischen Lack dauerhaft zu bewahren.

Pflege des Autolacks im Sommer und im Winter

Im Sommer ist der Lack besonders durch starke UV-Strahlen am Auto gefährdet. Diese lassen die Farbe ausbleichen und den Glanz verschwinden. Eine Schutzschicht aus Wachs oder Keramik hilft, den Lack gegen die Strahlung zu isolieren.

Im Winter wiederum bedrohen Streusalz, Frost und Feuchtigkeit den Lack. Jetzt sind regelmäßige Wäschen (auch Unterboden!) sowie das Entfernen von Salzresten besonders wichtig. Hochwertige Versiegelungen leisten auch hier wertvolle Dienste und erhalten die Karosseriepflege auf lange Sicht.

Wie entfernt man organische Verunreinigungen (z. B. Vogelkot)?

Organische Rückstände wie Vogelkot, Insektenreste oder Baumharz sind wahre Lackkiller. Sie enthalten aggressive Säuren, die bereits nach wenigen Stunden die Oberfläche beschädigen können. Deshalb:

  • So schnell wie möglich mit warmem Wasser einweichen
  • Weiches Mikrofasertuch benutzen – kein Reiben!
  • Keine spitzen Gegenstände oder trockene Tücher verwenden

Wer regelmäßig unter Bäumen parkt, sollte den Lack zusätzlich durch Wachs oder Keramikbeschichtung schützen. Dies erleichtert auch das spätere Entfernen von Verunreinigungen.

Professionelles Detailing – wann lohnt es sich?

Autodetailing ist weit mehr als eine einfache Reinigung – es umfasst die intensive Pflege und Aufbereitung des Fahrzeugs bis ins kleinste Detail. Hierzu gehören:

  • Lackreinigung und -politur
  • Versiegelung oder Keramikbeschichtung
  • Innenraumaufbereitung
  • Motorraumreinigung

Ein professionelles Detailing lohnt sich nach der Lackierung oder bei der Vorbereitung auf den Verkauf. Auch bei älteren Fahrzeugen kann eine hochwertige Aufbereitung den Lack optisch nahezu neuwertig erscheinen lassen.

Besonders bei stark beanspruchten Autos oder nach umfassender Karosseriepflege – z. B. nach Austausch der spatborden – bringt eine professionelle Behandlung nachhaltige Ergebnisse. Wer wissen will, wie man Unterschiede bei Lacken erkennt, findet mehr im Beitrag zur Werkslackierung vs. Werkstattlackierung.