Mikrorisse im Lack – wie entstehen sie?

Mikrorisse im Lack – wie entstehen sie?

Ein glänzender Autolack vermittelt nicht nur ein gepflegtes Erscheinungsbild, sondern schützt auch die Karosserie vor Witterung, UV-Strahlung und Korrosion. Doch bereits bei alltäglicher Nutzung entstehen kleinste Beschädigungen, die mit bloßem Auge oft kaum sichtbar sind – sogenannte Mikrokratzer im Lack. Sie wirken harmlos, doch auf Dauer mindern sie den Glanz, machen die Oberfläche stumpf und können im schlimmsten Fall zu größeren Schäden führen. Wer seinen Lack langfristig erhalten will, sollte die Ursachen kennen und frühzeitig gegensteuern.

Was sind Mikrokratzer und wie erkennt man sie?

Mikrokratzer im Lack sind feine, oberflächliche Risse oder Schleifspuren, die meist nur im schrägen Licht sichtbar sind. Oft erscheinen sie als kreisförmige Linien oder feine Schlieren, vor allem auf dunklen Lackfarben. Unter direkter Sonneneinstrahlung oder in hell beleuchteten Garagen erkennt man sie am besten. Diese Kratzer am Auto entstehen durch winzige Partikel, die beim Wischen oder Waschen über den Lack gezogen werden. Auch ein Blick auf unsere Anleitung zur Pflege des Autolacks hilft, solche Schäden frühzeitig zu identifizieren und zu vermeiden.

Die häufigsten Ursachen für Mikrokratzer

Die Entstehung von Mikrokratzern im Lack kann viele Ursachen haben. Ein häufiger Auslöser ist die Verwendung ungeeigneter Reinigungsmittel oder Tücher. Selbst Mikrofasertücher, die nicht speziell für die Pflege des Autolacks geeignet sind, können feinste Kratzer hinterlassen. Ebenso schädlich ist das Abwischen eines staubigen Fahrzeugs ohne vorherige Nassreinigung – hier wirken Staub- und Sandpartikel wie Schleifpapier.

Auch unsachgemäße Politur kann Schäden verursachen. Wer beispielsweise zu stark oder mit falschem Druck arbeitet, kann die Lackschicht angreifen. Nicht zuletzt kann sogar das Abdecken des Fahrzeugs mit einer groben Plane Spuren hinterlassen.

Falsche Autowäsche – der stille Killer des Lacks

Viele Kratzer durch Autowäsche entstehen in herkömmlichen Waschstraßen mit rotierenden Bürsten aus Nylon oder PVC. Diese nehmen Schmutzpartikel auf und reiben sie mit hoher Geschwindigkeit über den Lack. Auch Schwämme, die nach dem ersten Kontakt mit dem Boden erneut verwendet werden, tragen zur Bildung von Mikrokratzern im Lack bei.

Die Lösung: das Waschen des Autos in einer berührungslosen Waschanlage. Hier erfolgt die Reinigung ausschließlich mit Wasserhochdruck und Reinigungsmitteln – ohne mechanischen Kontakt. Diese Methode reduziert das Risiko von feinen Lackbeschädigungen erheblich.

Staub, Sand und Bürsten – Risiken des täglichen Gebrauchs

Selbst außerhalb der Waschanlage lauern Gefahren. Tägliche Nutzung, das Abstellen des Fahrzeugs unter Bäumen, Windböen mit Sand oder Schneereste mit Streusalz – all das kann zur Entstehung von Mikrokratzern im Lack beitragen. Schon das Ablegen von Einkaufstaschen oder das Abstreifen einer Jacke kann auf schmutzigem Lack Spuren hinterlassen.

Auch falsche Winterpflege schadet: Das Entfernen von Schnee mit harten Besen oder Eiskratzern ist eine häufige Ursache für sichtbare Kratzer am Auto. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte speziell beschichtete Hilfsmittel verwenden und regelmäßig Schutzschichten auftragen.

Wie schützt man den Lack vor Mikrokratzern?

Eine regelmäßige, lackschonende Reinigung ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung. Verwendet werden sollten pH-neutrale Shampoos, hochwertige Waschhandschuhe und die Zwei-Eimer-Methode. Zusätzlich helfen Versiegelungen oder Wachse dabei, eine schützende Schicht aufzubauen, die Schmutz abweist und die Reibung verringert.

Auch eine Keramikbeschichtung, die beim professionellen Lackdetailing zum Einsatz kommt, bietet langanhaltenden Schutz des Autolacks. Sie bildet eine extrem harte Oberfläche, auf der Schmutz und Wasser abperlen – perfekt zur Reduzierung von Mikrokratzern.

Muss jeder Kratzer poliert werden?

Nicht jeder Mikrokratzer im Lack muss sofort poliert werden. Bei leichten Schlieren genügt oft schon eine milde Reinigung oder ein Detailer-Spray, um den Glanz wiederherzustellen. Erst wenn der Kratzer bei Lichtreflexion deutlich sichtbar ist oder sich mit dem Fingernagel erfühlen lässt, sollte eine Politur erwogen werden.

Wichtig ist, die betroffene Stelle vorher gründlich zu reinigen. So vermeidet man, dass weitere Partikel bei der Politur neue Kratzer verursachen. Einen guten Überblick über sanfte Methoden bietet unser Ratgeber zum Entfernen von Kratzern am Auto.

Welche Mittel können bei der Entfernung von Mikrokratzern helfen?

Zur Entfernung feiner Kratzer eignen sich spezielle Polituren und Versiegelungen aus dem Fachhandel. In der Kategorie Poliermittel finden sich Produkte, die speziell auf unterschiedliche Lacktypen abgestimmt sind – von sanft abrasiv bis hochglänzend. In Kombination mit hochwertigen Polierschwämmen lassen sich damit selbst hartnäckigere Mikrokratzer im Lack entfernen.

Bei unsicherem Ergebnis oder empfindlichem Lack empfiehlt sich jedoch der Gang zum Profi. Ein einmaliges Lackdetailing kann den Glanz vollständig wiederherstellen – und das Fahrzeug sieht aus wie neu.