Entfernen kleinerer Kratzer von lackierten Autoteilen

Entfernen kleinerer Kratzer von lackierten Autoteilen

Kleine Kratzer am Auto – jeder kennt sie. Ob durch Äste, beim Einparken oder durch Unachtsamkeit beim Beladen – feine Schäden am Lack sind schnell passiert. Doch die gute Nachricht: Man muss nicht gleich in die Werkstatt, um solche Makel zu beseitigen. In vielen Fällen lassen sich kleinere Lackkratzer entfernen, ohne gleich neu zu lackieren oder ein Teil auszutauschen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie kleinere Kratzer selbst erkennen, behandeln und Ihren Lack langfristig schützen können.

Welche Arten von Kratzern gibt es und wie erkennt man sie?

Nicht jeder Kratzer ist gleich. Ob man Lackkratzer entfernen kann, hängt stark davon ab, wie tief der Schaden reicht. Grundsätzlich unterscheidet man drei Stufen:

  • Oberflächliche Kratzer: Diese betreffen nur die Klarlackschicht und lassen sich meist problemlos auspolieren.
  • Mitteltiefe Kratzer: Sie reichen bis in den Basislack und sind schon etwas schwieriger zu behandeln.
  • Tiefe Kratzer: Diese gehen bis auf das Blech oder durchdringen den Farb- und Klarlack vollständig. In solchen Fällen hilft oft nur noch eine Autolackkorrektur oder Neulackierung.

Ein einfacher Test mit dem Fingernagel hilft: Bleibt man beim Darüberstreichen hängen, ist der Kratzer tiefer und möglicherweise nicht mehr allein durch Polieren zu beheben – insbesondere bei sensiblen Stellen wie der motorhaube oder den stossstangen.

Kann man kleine Kratzer auf dem Lack selbst entfernen?

Ja – und das sogar recht einfach. Besonders bei Kratzer auf der Karosserie, die nur in die Klarlackschicht reichen, kann man als Autofahrer selbst aktiv werden. Entscheidend ist, das richtige Material zu verwenden und mit Geduld vorzugehen.

Bevor Sie mit der eigentlichen Behandlung beginnen, sollte das Fahrzeug gründlich gewaschen werden, am besten mit pH-neutralen Produkten aus der Kategorie chemien. So verhindern Sie, dass beim Polieren Schmutzpartikel neue Schäden verursachen.

Manuelle Kratzerentfernungstechniken

Bei oberflächlichen Kratzern genügt oft schon eine sanfte Handpolitur. Mit einem Mikrofasertuch und etwas Übung lassen sich viele Lackkratzer entfernen – vorausgesetzt, man geht systematisch vor.

Zunächst sollte man die Stelle gründlich reinigen und entfetten. Anschließend trägt man eine passende Autopolitur mit kreisenden Bewegungen auf. Achten Sie darauf, nicht zu viel Druck auszuüben. Mehrere Durchgänge mit wenig Material sind oft besser als ein einziges, intensives Reiben.

Besonders an Übergängen zwischen Teilen – etwa zwischen schutzbleche und Türen – ist Fingerspitzengefühl gefragt, um keine Kanten oder angrenzenden Flächen zu beschädigen.

Polierpaste – welche wählen?

Nicht jede Polierpaste ist gleich. Je nach Tiefe des Kratzers benötigen Sie ein Produkt mit mehr oder weniger Schleifwirkung. Für feine Lackkratzer eignet sich eine feinkörnige Politur. Bei etwas tieferen Stellen kann auch eine mittelkörnige Paste sinnvoll sein.

Achten Sie darauf, dass die Polierpaste für den Fahrzeuglacktyp geeignet ist (z. B. Metallic- oder Unilack). Produkte aus der Profi-Kategorie sind oft ergiebiger und effektiver, können aber bei unsachgemäßer Anwendung zu Schäden führen.

Nach dem Polieren sollte man die behandelte Stelle mit einem sauberen Mikrofasertuch abnehmen und den Glanz kontrollieren. Optional kann ein Wachsauftrag folgen, um die reparierte Stelle zu versiegeln.

Braucht man eine mechanische Poliermaschine?

Eine mechanische Poliermaschine ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Wer öfter Lackkratzer entfernen möchte oder größere Flächen behandeln will, profitiert von der gleichmäßigen Bewegung und der Zeitersparnis.

Für Einsteiger eignen sich exzentrische Poliermaschinen, da sie weniger Hitze erzeugen und das Risiko von Hologrammen oder Durchpolieren reduzieren. Dennoch sollte man sich vor der ersten Anwendung gut einlesen oder im Zweifel an einem unauffälligen Bereich – etwa am unteren Rand der stossstangen – üben.

Wie pflege ich meinen Lack, um ihn kratzfester zu machen?

Vorbeugung ist der beste Schutz. Wer seinen Lack regelmäßig pflegt, schützt nicht nur die Optik, sondern auch die Substanz. Wichtig ist dabei eine gründliche, aber schonende Reinigung, wie sie mit hochwertigen Mitteln aus dem Bereich chemien möglich ist.

Nach jeder Wäsche empfiehlt sich eine Autolackpflege, z. B. in Form eines Versiegelungsprodukts oder Wachses. Diese Schutzschicht wirkt schmutzabweisend und reduziert das Risiko neuer Kratzer – besonders an exponierten Stellen wie schutzbleche oder der motorhaube.

Bei regelmäßiger Anwendung einer hochwertigen Autopolitur in Kombination mit schonender Waschtechnik (z. B. Zwei-Eimer-Methode) bleibt Ihr Fahrzeug dauerhaft glänzend und besser geschützt vor neuen Kratzern.